SEL. PIERRE CLAVERIE

Gedenktag: 1. August

Pierre Lucien Claverie wurde am 8. Mai 1938 in Algier als Kind einer französischen Familie geboren. Seine Kindheitserfahrungen bezeichnete er später selbst als „koloniale Seifenblase“. Weder zu muslimischen noch arabisch sprechenden Algeriern pflegte er Kontakt. Während seiner Studienzeit an der Universität Grenoble lernte er die Dominikaner kennen und trat 1958 als Novize in Lille ein. 1965 wurde er zum Priester geweiht.

Nach Abschluss des Algerienkriegs kehrte er 1967 in sein inzwischen unabhängig gewordenes Geburtsland zurück, lernte dort die arabische Sprache und machte sich mit dem Islam vertraut. Sechs Jahre später übernahm Claverie die Leitung des Centre des Glycines in Algier, eines Instituts für Arabistik und Islamstudien, das Christen und Muslimen gleichermaßen offensteht. Er gilt als Pionier des christlich-islamischen Dialogs.

Am 25. Mai 1981 ernannte Papst Johannes Paul II. Claverie zum Bischof von Oran; die Bischofsweihe empfing er im gleichen Jahr am 2. Oktober.

1991 brach der algerische Bürgerkrieg zwischen Regierung und islamistischen Gruppen aus. Die Christen im Land sahen sich zunehmend Bedrohungen ausgesetzt. Trotz mehrmaliger Ratschläge, Algerien zu verlassen, weigerte sich Claverie. Er fühlte sich dem Land untrennbar verbunden. Als Bischof äußerte er an beiden beteiligten Bürgerkriegsparteien Kritik.

Die Bedrohlichkeit der Situation wurde ihm besonders bewusst, als im März 1996 sieben Trappisten-Mönche aus ihrem Kloster in Tibhirine in Algerien entführt und zwei Monate später geköpft aufgefunden wurden. Claverie selbst kam zusammen mit seinem 21-jährigen Chauffeur, der selbst algerischer Muslim war, bei einem Attentat ums Leben. Eine Bombe zerstörte den Eingang seiner Bischofskirche in dem Moment, als er sie betreten wollte.

Zusammen mit den sieben Mönchen von Tibhirine und weiteren in Algerien ermordeten Ordensleuten wurde Pierre Claverie am 8. Dezember 2018 in Oran seliggesprochen.

Ein kurzes „Hörbild“ zum sel. Pierre Claverie: