„Semper studere“ – ein Leben lang Student

Wer sich für den Dominikanerorden entscheidet, widmet sein Ordensleben gleichzeitig einem lebenslangen Studium, auch wenn er längst an keiner Universität mehr eingeschrieben ist. Neben dem gemeinsamen Leben und Beten, der Predigt und der Feier der Eucharistie, ist das Studium einer der Schwerpunkte des dominikanischen Lebens.

Der hl. Dominikus hat von Anfang an großen Wert auf eine fundierte und intensive Ausbildung seiner Brüder gelegt, damit sie gut gerüstet seien für ihren Predigtdienst. Der Dominikanerorden entstand im beginnenden Zeitalter der Universitäten, also der Institutionalisierung von Wissenschaft. Dominikus und die großen Dominikaner der ersten Jahrzehnte wie Albertus Magnus und Thomas von Aquin erkannten die Notwendigkeit eines intensiven Studiums, einer Zusammenführung von Glaube und Vernunft, um adäquat auf die drängenden Fragen der Zeit antworten zu können.

Das hat sich bis heute im Prinzip nicht geändert – wahrscheinlich ist die Glaubenssituation in Westeuropa angesichts einer Vielfalt von Religionen und Weltanschauungen sogar noch komplexer und unüberschaubarer geworden. Um so notwendiger ist es für uns als Orden wie als Kirche, theologisch klar, vernünftig und lebensnah Stellung zu beziehen, um im Reigen der Wissenschaften ebenso mitreden zu können wie im täglichen Umgang mit den Menschen ihr Herz und ihren Verstand für Gottes Wort zu sensibilisieren. Die wissenschaftliche Arbeit des Dominikanerordens ist immer auf das „Heil der Menschen“ (Fundamentalkonstitution des Ordens) ausgerichtet.

„Was ist dominikanische Theologie?“ Diese Frage haben 2016 anlässlich des 800. Jahrestages der Bestätigung unseres Ordens Dominikanerinnen und Dominikaner aus der ganzen Welt beantwortet. Das Ergebnis: Dominikanische Theologie ist international und vielgestaltig. Die Beiträge können Sie hier abrufen:

(deutsche Übersetzung)

(Originalsprache)

Der 2016 gegründete Wissenschaftsverbund Albertus Magnus (WVAM) vernetzt die Aktivitäten der drei Forschungs- und Fortbildungsinstitute in der Dominikaner-Provinz Teutonia sowie der Bibliothek St. Albertus Magnus, der Deutschen Thomas-Ausgabe und des Archivs.

In der Tradition der Philosophisch-Theologischen Hochschule Walberberg („Albertus Magnus-Akademie“) führen das „Institut zur Erforschung der Geschichte des Dominikanerordens im deutschen Sprachraum“ (IGDom), das „Institut für Pastoralhomiletik“ (IPH) und das „Institut M.-Dominique Chenu“ (IMDC) gemeinsame Forschungsprojekte durch, organisieren nationale und internationale Tagungen und geben wissenschaftliche bzw. wissenschaftsvermittelnde Publikationen heraus.

Koordinator des WVAM ist Prof. Dr. Thomas Eggensperger OP
Kontakt: sekretariat |at| institut-chenu.info