„Wir feiern unsere acht Jahrhunderte in Köln, um in die Zukunft zu blicken“

Pfingsten feierten die Brüder des Kölner Konventes Hl. Kreuz, dass Dominikaner seit 800 Jahren in der Domstadt und damit im deutschen Raum wirken. Da pandemiebedingt öffentliche Präsenz-Veranstaltungen zu diesem Jubiläum leider ausfallen müssen, freute sich Provinzial Pater Peter Kreutzwald, Freunde und Mitglieder der dominikanischen Familie in der Provinz Teutonia zu einem zentralen Dank-Gottesdienst begrüßen zu können. In der Kirche St. Andreas, nahe zum Standort des ursprünglichen dominikanischen Klosters in der Stolkgasse, zelebrierte er ein Pontifikalamt gemeinsam mit dem Kölner Erzbischof, Kardinal Rainer Maria Woelki, und Pater Christoph Wekenborg OP, Mitbruder und Pfarrer an St. Andreas. Musiker und Vokalsolisten rahmten unter der Leitung von Regionalkantor Christoph Kuhlmann die Messe feierlich und leicht zugleich, was angesichts der gebotenen Covid19-Maßnahmen eine Kunst im wortwörtlichen Sinne nahebrachte.

Kardinal Woelki betonte in seiner Predigt die „lange und große Tradition“, die in Köln im Jahr 1221 um Pfingsten herum begonnen habe. Die dominikanische Familie habe dem Erzbistum eine große Strahlkraft verliehen. Darüber hinaus hätten das Charisma des Heiligen Dominikus und die von ihm gegründete Gemeinschaft des Predigerordens Segen für die ganze Kirche gebracht.

Bereits fünf Jahre, nachdem Dominikus 1216 den Orden in Südfrankreich gegründet hatte, ließen sich Dominikaner – als Bettelmönche zu Fuß unterwegs – in Köln als Konvent nieder. Zu der Zeit befand sich die Kirche in einer großen Krise, so Woelki. Dominikus´ Entschlossenheit, darauf zu antworten, in dem er die Verkündigung des Evangeliums auf aktuelle Herausforderungen ausrichtete, sei nach 800 Jahren weiterhin relevant, ebenso seine Entschiedenheit, dass Dominikaner sich als lebenslang fundiert lernende Christen verstehen. Auch im Erzbistum Köln habe das dominikanische Hinterfragen der Umstände Spuren hinterlassen, etwa durch Albertus Magnus, Thomas von Aquin und Meister Eckhart, die im Mittelalter in Köln lehrten und bis heute Strahlkraft auf die Theologie ausüben.

Woelki überbrachte zum Jubiläum Glückwünsche aus der Erzdiözese und dankte den anwesenden Dominikanern für ihren Dienst als Predigerbrüder: „Es ist eine Gabe des Heiligen Geistes, die zur Verkündigung des Wortes Gottes befähigt.“ Abschließend formulierte der Kölner Erzbischof den Wunsch, den 800 Jahren dominikanischen Lebens in Köln auch in Zukunft noch möglichst viele weitere hinzuzufügen. Provinzial Peter Kreutzwald OP dankte dem Kardinal für seine Glückwünsche und versicherte allen Anwesenden: „Wir feiern unsere acht Jahrhunderte in Köln, um in die Zukunft zu blicken.“

Fotos: Beatrice Tomasetti, Text: Sabine Steinhoff

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