Glauben. Forschen. Bewegen: Neuer Campus für Spiritualität gegründet

Als erstes Hochschulprojekt seiner Art in Deutschland ist der „Campus für Theologie und Spiritualität (CTS)“ gegründet worden. Die Dominikaner sind einer von mehreren Orden und Geistlichen Gemeinschaften, die für dieses visionäre akademische Bildungsprojekt von der Pike auf zusammenarbeiten – und noch in diesem Jahr den Lehrbetrieb in Berlin starten.  

Der „Campus für Theologie und Spiritualität Berlin (CTS)“ entsteht nun in der Hauptstadt als Ort, an dem Theologie speziell aus Perspektive der Orden und Gemeinschaften gelernt, gelehrt und gelebt wird. Zudem werden sich seine Studierenden dort mit ihren Lehrinhalten im urbanen, deutlich säkularen und diversen Kontext auseinandersetzen. Das ist neu, das ist anders.

„Wer bei uns studiert, lernt die Theologie als Wissenschaft kennen, die sich nicht im akademischen Elfenbeinturm bewegt, sondern ins Gespräch geht, von anderen lernt und so den Menschen auch heute etwas zu sagen hat“, fasst Gründungsbeauftragter Prof. P. Ulrich Engel OP zusammen, „dabei denken wir stets vernetzt.“ Verschiedene Institutionen und akademische Einrichtungen auch jenseits der Theologie werden auf dem Campus kooperieren. „Wir wollen Berlin in seiner ganzen Vielfalt bei uns im Programm abbilden. Das heißt Politik und Kultur, aber auch Wirtschaft“, deutet der Dominikaner an.

Dementsprechend nimmt der Campus seinen Lehrbetrieb auf mit einem Kurs für Führungskräfte zu „New Leadership“ im Herbst dieses Jahres. Im nächsten Frühjahr folgt ein Symposium zu „Seelsorge an neuen Orten“ – wie kann Pastoral im Angesicht großer Herausforderungen der Gegenwart sprachfähig bleiben? „Parallel ist ein Netzwerktreffen des akademischen Nachwuchses der Orden geplant“, skizziert Prof. P. Ulrich Engel OP, „und unser ,Studienjahr Berlin´ , das im Wintersemester 2022 beginnen wird, richtet sich an alle Studierenden der Theologie.“ Details zu Anmeldemöglichkeiten folgen.

Prof. P. Ludger Schulte OFMCap, Professor für Dogmatik, weiß, wie herausfordernd das Projekt CTS ist. Er begleitet den Campus seit Stunde Null, inzwischen im Vorstand des Fördervereins: „Natürlich werden wir gefragt, ob eine solche neue Einrichtung sinnvoll ist, wo doch allerorten Leute aus der Kirche austreten und Einrichtungen geschlossen werden.“ Die Antwort liegt für den Kapuzinerpater auf der Hand: „Der Campus ist nicht nur sinnvoll, er ist sogar notwendig! Die Orden haben eine so reiche Tradition, weil sie sich immer wieder neu den Anforderungen der jeweiligen Zeiten stellen mussten. Dabei haben sie die Frage nach der eigenen Identität ebenfalls jedes Mal neu für sich beantwortet. Diese Erfahrungen sind ein reicher Schatz, den es zu heben gilt, um auch jetzt Religion und Konfession neu zu denken: Was heißt es heute, noch katholisch zu sein?“

Gemeinsam, das ist das Stichwort, das sich wie ein roter Faden durch die bisherige Entwicklungsphase des Campus zieht. Als die Kapuziner überlegten, wie es mit ihrer eigenen Hochschule weitergehen wird, stellten sie fest, dass es alleine nicht mehr funktioniert. Schnell waren Mitwirkende aus verschiedenen Orden und Geistlichen Gemeinschaften gefunden, die sich an der Entwicklung des neuen Hochschulprojekts CTS beteiligen:. Die Stiftung der Alexianerbrüder, das Josef-Kentenich-Institut der Schönstatt-Bewegung, die Katharinenschwestern, das Klaus Hemmerle Forum der Fokolar-Bewegung und die Franziskanerinnen von Sießen gründeten den Trägerverein und die Betriebsgesellschaft des „Campus für Theologie und Spiritualität in Berlin“. Darüber hinaus hat sich ein Förderverein gebildet, in dem weitere Gemeinschaften wie die Dominikaner, Kapuziner und der Deutsche Orden das Projekt unterstützen. „Wir sind froh, dass wir uns nun gemeinsam aufmachen“ bestätigt Prof. P. Ludger Schulte, „und freuen uns über weitere Gemeinschaften und Orden, die sich unserem Weg anschließen.“

Lesetipp: Nähere Informationen, auch zu Anmeldungsdetails und Ansprechpartnern unter cts-berlin.org