Wir bündeln unsere Kräfte und sind weiter für Sie da

Mit langem, intensivem Applaus bedankten sich die Teilnehmenden des Gottesdienstes in Heilig Kreuz, Köln, bei „ihren“ Dominikanerpatres, die sich zum Hochfest des Ordensgründers von Gemeinde und Kirche mit Messe und Gartenfest verabschiedeten: Zehn Brüder sind in ein Seniorenhaus in der Kölner Innenstadt gezogen und leben dort als Konvent weiter, sie gründen somit das erste Seniorenkloster unserer Ordensprovinz.  

Die Brüder haben sich ihre Entscheidung nicht leicht gemacht: Sie sind zwischen 75 und 91 Jahre alt, seit langem im Stadtzentrum seelsorglich engagiert – und miteinander älter geworden. Und so überlegten die Dominikaner im Konvent Heilig Kreuz sorgfältig, wie für sie im Detail ein nachhaltiges altersgemäßes Konventleben aussehen kann und entwickelten in vielen Gesprächen den Plan ihres Seniorenklosters.

Pater Johannes Schäffler OP erinnerte in seiner Predigt im Abschiedsgottesdienst daran, dass Dominikus zwar Zündfunke einer weltweiten Bewegung war, dass er begeistern und mitreißen konnte. Aber dass „auch Dominikus sich sicher noch nicht viele Gedanken darüber gemacht hatte, was denn mit den Brüdern passiert, wenn sie älter werden und nicht mehr von Ort zu Ort gehen können, wenn sie Pflege brauchen oder einfach mehr Ruhe.“ Und natürlich tragen die Gemeinschaften die Verantwortung füreinander weiter.

P. Johannes erläuterte der vollen Klosterkirche den Hintergrund des Konventumzugs: „Die Brüder in Heilig Kreuz haben miteinander in einem langen Prozess den nicht einfachen Entschluss gefasst, als Gemeinschaft diesen Schritt zu gehen, in ein Seniorenhaus umzuziehen. Und dafür ist ihnen aller Respekt zu zollen. Gleichzeitig haben sie in ihrem Alter ein Recht und einen Anspruch darauf, nicht mehr aktiv sein zu müssen, wenn sie das nicht wollen. Das waren sie alle miteinander lange genug in unterschiedlichen Bereichen: in der Mission, im Krankenhaus und in der Bildung, in der Provinz- und Ordensleitung, in der Seelsorge und in der Begleitung unzähliger Menschen an vielen Orten und Wirkungsstätten. Und dafür danke ich ausdrücklich als Vertreter des Provinzials und sicher auch in Ihrer aller Namen von ganzem Herzen.“

Pater Johannes sprach auch die zweite Zäsur an: „Wir feiern heute gemeinsam den letzten Gemeindegottesdienst mit Ihnen hier in unserer Klosterkirche Heilig Kreuz; das ist für uns notwendige Konsequenz, weil wir unsere Kräfte bündeln müssen; und das werden wir in unserer weiteren Dominikanergemeinde hier, in Sankt Andreas auch tun. Wir bleiben also in Köln aktiv und zwar gar nicht so weit weg von hier.“

Nach dem Abschlussgottesdienst fanden sich zahlreiche Gemeindemitglieder von Heilig Kreuz, Mitschwestern und -brüder im Konventgarten ein, um mit den Dominikanern gemeinsam Abschied von diesem Ort zu feiern, der vielen zur spirituellen Heimat geworden war. Herzlichen Dank allen Beteiligten!