Dominikanerorden

PROVINZKAPITEL DER DOMINIKANER-PROVINZ TEUTONIA Hamburg, 29. Januar bis 4. Februar 2017

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Ende des Provinzkapitels & Beginn der Arbeit des Diffinitoriums

Der erste große Teil des diesjährigen Provinzkapitels neigt sich seinem Ende zu. Der ganze heutige Tag war noch einmal geprägt von intensiven Diskussionen und Beratungen vieler Themen.

Durch die Wahlen am Vortag ist das Plenum des Kapitels um drei Brüder angewachsen: Der neugewählte Provinzial, Peter Kreutzwald, sowie die Diffinitoren, die nicht aus dem Kreis der Capitulares gewählt wurden, Thomas Eggensperger und Andreas Bordowski, waren am Vorabend in Hamburg eingetroffen. 

Nach dem langen Wahltag am 2. Februar trafen sich alle Teilnehmer abends zur feierlichen Vesper in unserer Pfarr- und Klosterkirche St. Sophien in Barmbek-Süd, in der unser neuer Provinzial offiziell sein Amt antrat. Danach lud der Hamburger Konvent zur Feier im Konvent ein und erwies sich als perfekter Gastgeber. Nach anstrengenden Tagen des Diskutierens, Beratens, Schreibens und Wählens bot der Abend ein wenig Entspannung und Erholung. 

Den Abschluss dieses Teils des Provinzkapitels bilden am Samstag die Abstimmungen im Plenum und die Danksagungen sowie die Feier der heiligen Messe. Damit ist das Provinzkapitel aber noch nicht zu Ende. Mit vielen Empfehlungen, Anregungen, Ideen, Herausforderungen, Hoffnungen und Erwartungen im Gepäck geht es dann für den Provinzial mit seinen Diffinitoren ans Werk: Prozesse sind anzustoßen, viele weitere Gespräche zu führen, Ämter zu besetzen, Entscheidungen zu treffen und vieles mehr. Die nächsten Wochen werden anstrengend für diesen Fünferkreis. Begleiten wir sie mit guten Wünschen und Gebet.

Wir haben einen neuen Provinzial

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Am 2. Februar 2017 hat das Provinzkapitel einen neuen Provinzial gewählt. Es ist P. Peter Kreutzwald OP, der bislang das Amt des Studentenmagisters in unserem Ausbildungskonvent in Mainz innehatte. Nach der Bestätigung der Wahl durch unseren Ordensmeister in Rom, P. Bruno Cadoré OP, nahm er die Wahl am Abend in einer feierlichen Vesper an und sprach das Glaubensbekenntnis.

Der neue Provinzial wurde 1965 in Köln geboren. Er legte 1999 seine erste Profess ab und wurde 2003 zum Priester geweiht. Bis 2008 war er Mitglied unseres Konventes in Braunschweig, bevor er zum Studentenmagister ernannt wurde.

P. Peter hat mit der Annahme seiner Wahl auch die Leitung des Provinzkapitels übernommen, das noch bis zum 4. Februar in Hamburg tagt. Danach tritt für mehrere Wochen das sogenannte Diffinitorium zusammen, das zusammen mit dem neuen Provinzial weitere Entscheidungen vorbereitet und in die Wege leitet. Als Diffinitoren wurden vom Provinzkapitel gewählt: P. Thomas Eggensperger (IMDC Berlin), P. Andreas J. Bordowski (Vechta), P. Elias H. Füllenbach (Düsseldorf) und P. Ralf Sagner (Worms).

31.01./01.02. Arbeit der Kommissionen & Vorbereitung der Wahlen

Der zweite Tag des Provinzkapitels war geprägt von den Beratungen in den vier Kommissionen. Sie diskutierten die eingebrachten Berichte und Anträge und formulierten erste Empfehlungen zu deren Umsetzung. Bis zum späten Abend lagen von jeder Kommission Zwischenberichte vor, die am folgenden Vormittag ausführlich im Plenum erörtert wurden. 

Ein Schwerpunkt in fast allen Kommissionen berührte eine geplante engere Kooperation mit unserer Nachbarprovinz in Süddeutschland und Österreich, die verschiedene Themenfelder betrifft, so z.B. die Zusammenarbeit in der Ausbildung des Ordensnachwuchses sowie die gemeinsame Professionalisierung der Öffentlichkeitsarbeit beider Provinzen. 

Weitere Themen im Überblick:

  • Bedeutung kirchlicher Umbruchsituationen für die von uns betreuten Pfarreien
  • Pastorale Schwerpunktsetzungen an unseren Standorten
  • Förderung der Zusammenarbeit in der Dominikanische Familie
  • Unser gemeinsames Leben und Arbeiten in den Konventen
  • Ordensrechtliche Regelungen für Provinz-Vikariat in Ungarn

Am Nachmittag traten die Brüder zusammen, um gemeinsam die für Donnerstag anstehenden Wahlen des Provinzials und der vier Diffinitoren vorzubereiten. Sie werden zusammen mit dem neuen Provinzial in den Wochen nach der Versammlung in Hamburg alle weiteren notwendigen Gespräche führen und Personalentscheidungen und Beschlüsse treffen. 

Am Abend vor der Wahl besteht die Möglichkeit zur Anbetung in der Hauskapelle des Sankt Ansgar-Hauses.

29./30.01. Provinzkapitel eröffnet

Am Sonntagabend, 29. Januar, hat das Provinzkapitel der Teutonia in Hamburg begonnen. Bis kommenden Samstag tagen 22 stimmberechtigte Brüder sowie mehrere Gäste im St. Ansgar-Haus der Erzdiözese Hamburg. Zum dritten Mal in Folge nach 2008 und 2012 findet das Provinzkapitel an diesem Ort statt. 

Nach der gemeinsamen Vesper eröffnete Provinzvikar P. Johannes Bunnenberg das Kapitel. Damit endete seine zweite Amtszeit als Provinzial. Er leitet das Kapitel bis zur Bestätigung des neuen Provinzials. P. Johannes begrüßte die Kapitulares, darunter besonders die Mitbrüder aus unserem ungarischen Vikariat, und hieß alle Gäste, die ohne Stimmrecht am Provinzkapitel teilnehmen, willkommen: Vertreterinnen und Vertreter der Süddeutsch-Österreichischen Provinz, der Dominikanerinnen und der dominikanischen Laiengemeinschaften.

Der Eröffnungsabend diente zunächst der Klärung organisatorischer Punkte zum Ablauf des Kapitels, bevor dann die vier Kommissionen gebildet wurden. Kommissionen sind Arbeitsgruppen, in denen die anstehenden Fragen der Provinz, nach Themen geordnet, beraten und diskutiert werden. Sie bereiten Entscheidungen des Kapitels maßgeblich vor und beschäftigen sich mit Themen wie Ausbildung und Studium, Gemeinschaftsleben und Apostolat, Verkündigung und Predigt, Recht und Finanzen, um nur einige zu nennen.

Der Vormittag des ersten ganzen Kapiteltages diente vor allem der geistlichen Vorbereitung auf die bevorstehenden Aufgaben. Traditionell wird am ersten Tag eine Messe zum Heiligen Geist gefeiert und um Seine Führung bei den anstehenden Wahlen, Diskussionen und Entscheidungen gebetet. Ein geistlicher Impuls von Pater Martin Löwenstein SJ von den Jesuiten am 'Kleinen Michel' in Hamburg stimmte die Kapitulares auf die vor ihnen liegende Arbeit ein. 

Den Rest des Vormittags nahm der Bericht des Provinzials ein, auf den ein lang anhaltender Applaus folgte - Ausdruck der Dankbarkeit und hohen Wertschätzung für seinen jahrelangen Dienst an der Provinz. Weitere Präsentationen und Berichte aus unserem Provinz-Vikariat Ungarn und über die wirtschaftliche Situation der Provinz schlossen sich an.

Die Hauptaufgabe der nächsten beiden Tage ist die Arbeit in den Kommissionen, die am Nachmittag aufgenommen wurde.

Was ist ein Provinzkapitel?

Eines der besonderen Merkmale des Dominikanerordens ist seine demokratische Verfassung von Anfang an. Alle Brüder tragen somit gemeinsam die Verantwortung für die Umsetzung des Auftrags und der Ziele des Predigerordens. Die Leitungsämter im Orden werden durch Wahl und nur auf Zeit vergeben.

Das Provinzkapitel ist die höchste Entscheidungsinstanz innerhalb einer Ordensprovinz, die wiederum aus mehreren Konventen und Häusern besteht. Alle vier Jahre kommen die Prioren, also die Oberen der einzelnen Dominikanerkonvente, sowie weitere, von allen Brüdern gewählte Delegierte zum Provinzkapitel zusammen. Hier werden entscheidende Weichenstellungen für die Zukunft der Ordensprovinz vorgenommen.

Eine der wichtigsten Aufgaben der Kapitulares, so werden die Teilnehmer am Provinzkapitel genannt, ist die Wahl des Provinzials, der die Provinz in den nächsten vier Jahren leiten soll. Mit dem Beginn des Provinzkapitels endet nämlich die Amtszeit des amtierenden Provinzials, P. Dr. Johannes Bunnenberg OP.

In den Monaten vor dem Kapitel wird es bereits thematisch vorbereitet. In den sog. vorbereitenden Kommissionen und Arbeitsgruppen haben sich mehrere Brüder mit verschiedenen Themen auseinandergesetzt und Vorlagen für das Kapitel erarbeitet, die dort weiter beraten werden. Die Kapitulares wählen außerdem vier Brüder ins sog. Diffinitorium. Zusammen mit dem neu gewählten Provinzial wird dieses Gremium nach der Kapitelswoche in Hamburg alle notwendigen Personalentscheidungen und Beschlüsse treffen und die abschließenden Texte und Dokumente erarbeiten. Erst mit der Inkraftsetzung der Kapitelsakten durch den Ordensmeister ist das Provinzkapitel abgeschlossen.